Wer ist eigentlich dr Schorsch?

Jürgen Kunz, alias dr Schorsch

Geboren 1957 in Stuttgart. Aufgewachsen in Stammheim. Württemberger aus voller Überzeugung – ond, wie er selber sagt, „mit dr schwäbischen Geburt gsegnet“.

Der Schorsch ist ein Kind vom Stuttgarter Stadtteil Stammheim. Und dort hat seine Geschichte gleich mit einer besonderen Begegnung begonnen: Im selben Haus, in dem er aufgewachsen ist, lebte auch der legendäre Schwabenrocker Wolle Kriwanek. Schon als Bub kam der Schorsch dadurch mit dessen Musik und seiner ganz besonderen schwäbischen Art in Berührung. Daraus entstand eine Freundschaft, die bis zum Tod von Wolle Kriwanek im Jahr 2003 andauerte.

Nach Grundschule, Realschule und Wirtschaftsgymnasium verschlug es den Schorsch eher zufällig in den Lokaljournalismus. Zwei Jahre lang absolvierte er ein Volontariat. Danach war zunächst einmal Schluss mit Zeitung und Redaktion.

Sein damaliger Volontärsvater gab ihm zum Abschied allerdings einen Satz mit auf den Weg:

Der Virus Journalismus bleibt Ihnen!“

Er sollte recht behalten.

Nach 15 Jahren Selbstständigkeit in Werbung und Marketing führte der Weg den Schorsch wieder zurück zum Journalismus. Zunächst als freier Journalist für zwei regionale Tageszeitungen. Im Lokaljournalismus fasste er wieder Fuß, baute sich ein enges Netzwerk auf und war bald wieder mitten drin im Geschehen. Schließlich kam das Angebot, wieder als Redakteur für die Bietigheimer Zeitung zu arbeiten.

Und damit schloss sich ein Kreis.

Auf schwäbischer Mission

Mit seinem ersten Buch „Hoimatstond“ begann eine weitere Geschichte. Darin erzählt der Schorsch „Geschichtle ond Begegnonge mit ällerlei Leut’“ – und zum ersten Mal konsequent in schwäbischer Mundart.

Damit war die schwäbische Mission endgültig eröffnet.

Denn obwohl der Schorsch beruflich täglich in der Schriftsprache publiziert, ist das Schreiben in schwäbischer Mundart für ihn weit mehr als nur eine sprachliche Spielerei.

Es ist ein Stück Heimat.

Ein Ausdruck persönlicher Identität.

Und vor allem die Überzeugung, dass Schwäbisch der

„schönste ond lautmalerischste Dialekt dr Welt“ ist.

Vom Schreiben auf die Bühne

2018 wagte der Schorsch gemeinsam mit einem Freund ein ganz besonderes Projekt. Sie eröffneten die Kleinkunstbühne:

Das Bricklebrit – Schwäbisches Lieder- ond Geschichtenhaus

Eine kleine Bühne mit einer großen Idee: schwäbische Sprache, Musik, Geschichten und Kleinkunst mitten auf die Bühne zu bringen. Vier Jahre lang wurde das Bricklebrit zu einem besonderen Treffpunkt für Künstlerinnen und Künstler sowie für Menschen, die Freude an schwäbischer Kultur hatten.

In dieser Zeit fanden mehr als 400 Veranstaltungen statt. Lieder, Geschichten, Kabarett, Mundart und Begegnungen sorgten dafür, dass sich das Bricklebrit weit über seine unmittelbare Umgebung hinaus einen Namen machte. Doch nach vier Jahren war Schluss. Schwierige Rahmenbedingungen vor Ort und schließlich die Folgen der Corona-Pandemie machten eine Fortführung des Projekts unmöglich.

Geblieben sind jedoch die Erinnerungen – und Spuren, die das Bricklebrit bis heute in der regionalen Kulturszene hinterlassen hat.

Und plötzlich wurden die Brüder Grimm schwäbisch

Auch in der Zeit des Bricklebrit entstand ein weiteres besonderes Projekt: ein schwäbisches Märchenbuch. Der Schorsch nahm sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern die Märchen der Brüder Grimm vor – allerdings nicht nur die bekannten Geschichten. Besonders hatten es ihm die weniger bekannten, seltsamen und manchmal ausgesprochen schrägen Märchen angetan.

Und so wurden Prinzessinnen, Könige, Hexen und allerlei merkwürdige Gestalten kurzerhand schwäbisch. Die Märchen der Brüder Grimm wurden in die schwäbische Mundart übertragen – und bekamen dadurch noch einmal einen ganz eigenen Klang. Denn manche Geschichte hört sich halt einfach anders an, wenn sie schwäbisch vrzählt wird.

Vielleicht jetzt a Märchen lesa?

Dr Schorsch vrzählt

Seit 2013 erzählt der Schorsch Woche für Woche Geschichten aus dem Leben.

Mal zum Lacha.

Mal zum Nâchdenka.

Und manchmal au a bissle beides.

Beobachtet mit schwäbischem Blick.

Geschrieben mit einem Augenzwinkern.

Und in einer Sprache, die man eigentlich nicht nur lesen, sondern am besten laut vor sich hinsagen sollte. Inzwischen sind daraus mehr als 440 Kolumnen geworden. Veröffentlicht in der Bietigheimer Zeitung.

Und dauerhaft hier im Schwabenblog.

Dr Schorsch vrzählt.

Und des hoffentlich no recht lang.